Funktionsweise eines Induktionskochfelds

Induktionskochfeld & Induktionsherd Wissen

Die Funktionsweise eines Induktionskochfelds unterscheidet sich stark von der Funktionsweise eines Ceranfelds mit Heizspiralen.

Der folgende Artikel gibt diesbezüglich Aufschluss.

Magnetische Wechselfelder

Ebenso wie ein herkömmliches Glaskeramik-Kochfeld mit Heizspiralen ist auch die Oberfläche eines Induktionskochfeld aus Glaskeramik bzw. Ceran gefertigt.

Unter der Glaskeramik-Oberfläche eines Induktionskochfelds befinden sich Kupferspulen. Wird das Kochfeld aktiviert und Strom fließt durch diese Spulen, erzeugen sie ein starkes magnetisches Wechselfeld.
Dieses Wechselfeld tritt durch die Ceranoberfläche nach oben und erzeugt Wirbelströme in ferromagnetischen Töpfe oder Pfannen, wenn sich diese oberhalb der Spule auf der Kochzone befinden.

Hier arbeitet das Kochgeschirr wie ein ohmscher Widerstand, ähnlich wie der Glühdraht einer Glühbirne.

Spule eines Induktionskochfelds

Quelle: Wikipedia - Autor: Wdwd

Es entsteht Wärme direkt im Inneren des Geschirrs.

Das Kochfeld selbst bleibt zunächst Kühl und wird nur durch die vom Topf abgegebene Rückwärme mäßig erwärmt.

Ein Topf, welcher die Größe der Induktions-Kochzone übersteigt, wird nur dort beheizt, wo er nicht über das Magnetfeld hinausragt.

(Ca. 66,6% der Heizleistung eines Induktionskochfelds wird von dieser Wärme ausgemacht. Das restliche Drittel entsteht durch Hysterese (Ummagnetisierung.)

In Anbetracht der genannten Tatsachen ist es einfach verständlich, dass die Aufheizung des Topfes oder der Pfanne augenblicklich stoppt, wenn man eben jenes vom Kochfeld entfernt.

Weitere Vorteile & Nachteile

Schnelle Aufheizung & Reaktionszeit

Ein Induktionsfeld ist in der Lage, Wasser doppelt bis dreifach so schnell zum Kochen zu bringen, wie ein Wasserkocher oder einem Gasherd.

Darüber hinaus ist die Reaktionszeit des Induktionskochfelds auf Änderungen in den Temperatureinstellung extrem schnell.

Dementsprechend ist die Temperaturregulierung sehr präzise.

Wärme entsteht nur im Topf

Das Kochfeld selbst erwärmt schließlich nur passiv. Die Wärme wird direkt im Topf und nur im Topf erzeugt (s.o.). Das macht den Gebrauch eines Topfes, welcher kleiner als die Kochzone ist, unproblematisch.

Wenn beim Zubereiten von Speisen etwas überkocht, brennt es gar nicht oder nur leicht am Induktionskochfeld an. Dies ermöglicht eine einfache Reinigung des Feldes.

Hohe Energieeffizienz

Die Verluste an Energie durch Wärmestrahlung, -Leitung und Konvektion sind gering. Aufgrund dessen ist die Energieeffizienz eines Induktionskochfelds bis zu 40% höher, als die Energieeffizienz einer Gusseisenplatte.

Höhere Anschaffungskosten & spezielles Kochgeschirr

Die Anschaffungskosten für ein Induktionskochfeld übersteigen die eines Kochfelds mit Heizspiralen.

Darüber hinaus müssen Sie damit rechnen, Ihr altes Kochgeschirr durch neues, ferromagnetisches Kochgeschirr ersetzen zu müssen.
Hier arbeiten Pfannen und Töpfe mit dickem Boden und Wänden besonders stromsparend.

Induktionsgeeignetes Kochgeschirr ist magnetisch und mit dem Symbol für Induktion gekennzeichnet. Ein Test mit einem herkömmlichen Magneten schafft zusätzliche Sicherheit.

(Der Magnet sollte am Boden des Topfes oder der Pfanne haften. Achtung: Nicht jede Edelstahl-Legierung ist magnetisch.)

Bei sehr hochwertigem Geschirr ist der magnetische Charakter auf den Randbereich des Bodens beschränkt. Dies erhöht die Wärmeleitfähigkeit.

spule induktionskochfeld symbol

Spulensymbol für Induktion

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